Ardo

Markt- und Ernteberichte - Mitte September 2020 Montag 09 November 2020

marktoogstbericht

In der Zwischenzeit wurden eine ganze Reihne an Sommerernten beendet oder es wurde damit begonnen. Es gab zahlreiche Herausforderungen...

Die Wachstumsperiode zeichnete sich durch extreme Trockenheit aus. Dieser Mangelan Regen hat sich – wie erwartet – negativ auf die verfügbaren Mengen an Erbsen und dicken Bohnen ausgewirkt. Zu Beginn der Ernte lagen die Erträge sogar bis zu 35 % unter den Erwartungen. Weil später während der Ernte noch etwas Niederschlag gefallen ist, haben sichdie Erträge leicht verbessert. Leider haben die späten Regenschauer nicht ausgereicht, umden sehr negativen Beginn auszugleichen. Das Endergebnis liegt ca. 10 % unter dem geplanten Erntevolumen.

Diese Situation ist in ganz Europa gleich. Es ist deutlich, dass diese niedrigeren Ernteerträge zu einem allgemeinen Mangel an Erbsen und dicken Bohnen auf dem Markt führen werden. Die Nachfrage ist groß, während die Mengen begrenzt sind. Zudem haben die stark gestiegenen Produktionskosten für Erbsen aufgrund der Unterbesetzung in den verarbeitenden Fabriken drastische Preiserhöhungen erforderlich gemacht. Der größte Teil der Verträge zu Erbsen wurde inzwischen mit Preiserhöhungen abgeschlossen.

In einigen Fällen wurden Angebote zurückgezogen, und es musste erneut verhandelt werden. Es zeigt sich deutlich, dass der Anschluss bis an die neue Ernte 2021 schwierig verlaufen wird. Ardo wird die Situation in den kommenden Monaten beobachten und ggf. rechtzeitig frühere Ernten in den südlichen Regionen Europas planen, um so die Überbrückung bis zur neuen Ernte zu vereinfachen.

Ein weiterer Problemfall in unserem Anbauprogramm sind Bohnen. Vor einigen Wochen wurde mit den ersten Ernten begonnen. Auch hier sind wie bei den Erbsen die Erträge besonders schlecht, und wir müssen feststellen, dass die Erträge bis zu 40 % hinter den normalen Erntejahren zurückbleiben. Die Gründe dafür sind der Mangel an Regen in Kombination mitden extrem hohen Temperaturen.

Sogar mit ausreichenden Bewässerungssystemen, mit denen zahlreiche Anbauparzellen ausgestattet sind, war die Verdampfung aufgrund der hohen Temperaturen um +32 °C so hoch, dass die Wasserzufuhr nicht ausreichte, um die erforderliche Bewässerung zu gewährleisten. Wir hoffen, dass der zweite Teil der Ernte dies noch ausgleichen kann. Die geplanten Erträge können leider nicht erreicht werden, auch bei einer hervorragenden zweiten Hälfte der Ernte. Zudem findet der Bohnenanbau in Europa hauptsächlich konzentriert auf Frankreich und Belgien statt. Es gibt in Europa wenig Alternativen, um den Mangel auszugleichen. Der Anschluss an die neue Ernte 2021 wird auch hier schwierig, und Preissteigerungen sind unvermeidlich.

Sonstige Ernten finden zurzeit noch statt, und in den kommenden Monaten wird hierüber noch ausführlich berichtet. Es wird zweifelsohne ein spannendes Abenteuer, der weiter steigenden Nachfrage nach tiefkühlfrischen Gemüsesorten und Kräutern zu entsprechen.

In Bezug auf Corona können wir beobachten, dass sich die anfängliche Verschiebung des Absatzes von FoodService zu Retail und Food Industries schrittweise normalisiert. Es zeigt sich deutlich, dass das Segment FoodService am meisten an Absatz einbüßen musste. Vor allem Nordeuropa erholt sich. Südeuropa gelangt hingegen nur langsam ausdem Tief. Grund dafür ist die mangelnde Auslastung im Tourismussektor, vor allem in der Gastronomie, die natürlich für einen wichtigen Anteil des Verbrauchs beim FoodService sorgt.

Aktuelle Studien in diesen Segmenten haben gezeigt, dass der Absatz von tiefkühlfrischen Produkten deutlich gestiegen ist und dass diese Steigerung weiterhin bestehen bleibt. Dies kann darauf hinweisen, dass die Vorteile von tiefkühlfrischen Produkten von den Verbrauchern erneut entdeckt oder sogar zum ersten Mal erkannt wurden.

Lassen Sie uns vor allem positiv und gesund bleiben.

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