Ardo

Markt- und Ernteberichte - 8. Juni 2020 Dienstag 30 Juni 2020

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Schwierige Wachstumsbedingungen.

Veränderte Wetterbedingungen wirken sich auf die Ernten aus, vom Süden bis zum Norden und vom Osten bis zum Westen.

 

Wetter:
April und Mai waren die trockensten Monate in Nordeuropa, die jemals verzeichnet wurden. In der am 7. Juni veröffentlichten Wetterprognose des Königlichen Meteorologischen Instituts von Belgien hieß es, dass es sich bei der Dürre in Belgien um die schlimmste jemals gemessene Dürre im Juni handelte.

In Südeuropa waren die Durchschnittstemperaturen im Mai wesentlich höher als gewöhnlich (3°C über den sonst üblichen Temperaturen) und erreichten Spitzenwerte von bis zu 35°C. Solche Werte sind für diese Jahreszeit sehr ungewöhnlich. Erschwerend kam hinzu, dass die Pflanzungen der Sommerkulturen durch schwere Regenfälle zerstört wurden. Auch in Osteuropa war es ungewöhnlich trocken und heiß.

Situation auf den Feldern:
Die extremen Wetterbedingungen der letzten Wochen und Monate bedeuten einen enormen Stress für Nutzpflanzen. Die Folgen sind erhebliche Einbußen bei den Erträgen und der Qualität. Trotz unterschiedlicher Maßnahmen von Ardo, die zur Kontrolle der natürlich Bedingungen ergriffen wurden (Bewässerungsprojekte, Saatenvielfalt, Fruchtwechsel usw.), stellt ausbleibender Regen eine der größten Bedrohungen für Wachstum und Ernte dar.

Auf der iberischen Halbinsel nahmen Erbsen und Saubohnen während des überaus nassen Winters Schaden und litten zusätzlich unter der Hitze während der Erntezeit. Die Folge sind Einbußen bei der Menge der Erbsen. Die Brokkolisaison begann recht vielversprechend. Dann führte die Hitze zu Ertragseinbußen und schlechterer Qualität. Die erwarteten Mengen bzw. Rohprodukte werden nicht erzielt.

Die Produktion von Feldfrüchten für die Sommer-Saison wie Paprika oder Kirschtomaten wird teilweise aufgrund eines zu späten Pflanzens beeinträchtigt werden. Die Auswirkungen sind im Augenblick noch nicht genau abzuschätzen (sie hängen von den Wetterverhältnissen im September ab).

In Südwest-Frankreich wurden Nutzpflanzen mit gutem Potenzial Ende April durch die schweren Stürme zerstört, die Anfang Mai einsetzten. Wir rechnen damit, dass der Ertrag an Erbsen um 35 % niedriger ausfallen wird und auch bei grünen Bohnen und Zuckermais Einbußen zu erwarten sind.

In unseren nördlicheren Anbauregionen fiel der Ertrag bei der ersten Erbsenernte wie erwartet gering aus. Die weiteren Ernten hängen vollständig davon ab, wie viel Regen die kommenden Wochen bringen werden. Die Erträge bei anderen Nutzpflanzen wie Spinat, grünen Bohnen oder Blumenkohl sind stark von den Bewässerungsmöglichkeiten der Bauern abhängig. Auch die Saubohnenproduktion wird wahrscheinlich weniger ertragreich sein. Bei frühem Blumenkohl rechnen wir aufgrund der eingeschränkten Entwicklung der Nutzpflanzen mit einer enttäuschenden Ernte. Bei grünen Bohnen, Karotten, Zwiebeln, Pastinaken und Spinat fiel bzw. fällt auf, dass sich der Keimprozess der Pflanzen kompliziert gestaltete. Die Folge ist eine ungleichmäßige Verteilung auf den Feldern.

In Osteuropa, insbesondere in Polen und Ungarn, kommt der Erbsenanbau einer Katastrophe gleich. Glücklicherweise haben unsere Bauern in Österreich die Möglichkeit, ihre Felder zu bewässern. Aufgrund der Dürre sind Folgen für die Produktion von Gemüsesamen für nächstes Jahr nicht auszuschließen.

Spinat und Erbsen gehören zu unseren wichtigsten Produkten. Leider reagieren gerade sie besonders empfindlich auf ungünstige Wetterbedingungen. Das liegt daran, dass sie auf weiten Flächen angebaut werden und nur eine kurze Wachstumsperiode haben. Um das Risiko möglichst gering zu halten, lässt Ardo diese Gemüsesorten in unterschiedlichen Anbaugebieten überall in Europa produzieren. Auf diese Weise kann das Risiko geografisch gestreut werden, außerdem werden die Zeitpunkte für Saat und Ernte in jeder Region verteilt.

Kräuter:
Im Vereinigten Königreich und in der Bretagne ist es extrem trocken. Die Bauern bewässern soviel wie möglich, aber Auswirkungen auf die Erträge werden sich nicht vermeiden lassen. In der Region Drôme wurden durch die schweren Regenfälle im Mai über 40 % der Basilikumfelder zerstört und der Anbau von Koriander beeinträchtigt. Eines ist sicher: Der Selbstkostenpreis für die Aufrechterhaltung von Qualität, Service und Verfügbarkeit während des ganzen Jahres steigt unaufhaltsam an und wird sich in den diesjährigen Verkaufs- und Marktpreisen niederschlagen.

 

*Situation am 8. Juni 2020 – kann am Datum des Erhalts dieser Information verändert sein

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